Eisenach im Internet
► Wissenswertes aus der Wartburgstadt Eisenach, der Region und Thüringen

Eisenach-City.de - Nicht nur das Outfit ist neu...

von Mike Burkhardt

Im Rahmen der Eingliederung in ein neues System weiterer Internetseiten, die sich im Kern mit dem Thema Bildung und Wissen beschäftigen und neben dem Angebot an Informationen zum Geschehen in der Wartburgregion auch weitere wissenswerte Info- und Studienseiten enthalten, ändert sich auch das Erscheinungsbild des Kultur- und Tourismusmagazins Eisenach-City.de
Neben den Infoseiten, die auch weiterhin unter www.eisenach-city.de zu erreichen sind, werden im neuen Seiten-Verbund auch Portale zum Thema Geschichte wie www.goethe-gesellschaft-eisenach.de direkt aus den jeweiligen Rubriken erreichbar. Eine Vergrößerung des Angebots werden diverse Seiten sein, die sich in der Hauptsache mit Bildung und Wissen beschäftigen und anderem auch das Thema regionale und überregionale Geschichte beinhalten.
Für die Homepage Eisenach-City.de bleiben alle älteren Seiten im Archiv in der klassischen Ansicht erhal- ten und können durch einen entsprechenden Button direkt aufgerufen werden. Die aktuellen Seiten beinhalten eine Auswahl an Beiträgen, die sich mit Themen aus Eisenach und der Region beschäftigen.
Neben den technischen Neuerungen stehen viele spannende Angebote zur Verfügung stehen, welche einen interessanten Blick in die Vergangenheit erlauben. Hierbei steht auf allen am Verbund beteiligten Seiten ein Mix aus unterhaltenden ebenso wie bildenden Kontext online.
► Theater Eisenach

Loriots Dramatische Werke begeistern am Theater Eisenach

Hoppenstedt, wir heißen alle Hoppenstedt... Dieser Satz von "Opa Hoppenstedt" alias Heinz Rennhack macht zwar noch keinen Theaterabend, als Einleitung für den Angriff auf die Zwerchfellmuskulatur des Publikums im ausverkauften Landestheater Eisenach reicht er allemal. Eine Auswahl der schönsten und im Original dem Publikum wohlbekannten Sketche aus der Feder des Vicco von Bülow alias "Loriot" hatten am 5. April 2012 im Theater der Wartburgstadt erfolgreiche Premiere.
Natürlich ist es ohne Zweifel stets ein Wagnis, auch nur einen Sketch aus den "dramatischen Werken" von Vicco von Bülow auf die Bühne bringen zu wollen, denn der Vergleich zu den Paraderollen einer Evelyn Hamann im Duo mit Vicco von Bülow sind in den Köpfen der meisten Freunde der heiteren Unterhaltung fest verankert. Regisseur Sebastian Wirnitzer hat es trotzdem gewagt, ein humorvollen Mix des feinsinnigen Humors ala Loriot bühnengerecht in Szene zu setzten.
Das Ergebnis, angerichtet als 15-Gänge-Menue plus doppelter Nachspeise im Form von zwei Zugaben, traf voll und ganz den Geschmack des Publikums. Da jedoch kaum eine Speise besser ist als ihre Zutaten, sind es wohl auch Selbige, welche den heiteren Theaterabend zu einem äußerst sehenswerten kulturellen Ereignis am regionalen Theaterhimmel machen.
Sophie Pompe, Christine Zart, Elke Hartmann, Jannike Schubert, Gregor Nöllen, Alexander Beisel und Carsten Kochan vom "Jungen Schauspiel Eisenach" servieren neben dem köstlichen "Kosakenzipfel" nicht nur kulinarisches der Humor-Küche Vicco von Bülows. Nach vorheriger "Liebe im Büro" geht es im Anschluss gleich zur "Eheberatung", deren "Anstandsunterricht" mit "Geigen und Trompeten" in einer "Jodelschule" endet. Ein "Fernsehabend" mit "Muttis Klavier" läutet lachend den heiteren Showdown mit "Lottogewinner" Erwin Lindemann ein, der seit den 1970er Jahren mit dem Papst in Wuppertal endlich seine Herren-Boutique eröffnen will.
Gewürzt wird die Speisefolge des Eisenacher Schauspiels durch den unverwechselbaren Humor eines Schauspielers und Komödianten, der selbst schon eine Art humoristische Legende im Verlauf der letzen Jahrzehnte geworden ist. Bereits in der ehemaligen DDR war Heinz Rennhack ein Fernsehliebling vom "Wunschbriefkasten" bis hin zum "Kessel Buntes". In Eisenach war der leidenschaftliche Schauspieler Heinz Rennhack bis dato noch nicht zu erleben. In der Spielzeit 2012 hat das Theaterpublikum rund um die Wartburgstadt Eisenach nun die Möglichkeit, den großartigen Künstler in den bekannten Sketchen des Loriot zu erleben.
Was da scheinbar trocken von der Bühne kommt in der Loriot-typischen Art mit einer Wortwahl, die ein eigenes Genre für sich ist, sorgt dafür, dass im Zuschauerraum genüsslich gekichert und gelacht wird, nicht selten schon weit vor der Pointe, da die Gags seit mehr als 30 Jahren bekannt sind ohne auch nur einen Funken ihrer Wirkung verloren zu haben.
Fazit: Laut Zitat von Loriot ist "ein Leben ohne Mops möglich, aber sinnlos".... Ein Leben ohne einen Besuch der "Dramatischen Werke" des Vicco von Bülow am Eisenacher Theater ist ebenfalls möglich. Die gesundheitlich günstige Wirkung durch ein Erleben der Aufführung basierend auf ausgelassenes und spontanes gemeinsames Lachen machen die Teilnahme an einem Kulturereignis dieser Art sinnvoll und für die breite Masse empfehlenswert. Bezüglich der zu erwartenden Risiken und Nebenwirkungen unkontrollierbarer Lachmuskelkontraktionen nehmen Sie ihren Arzt oder Apotheker am besten gleich mit ins Theater.

Foto/Text: Mike Burkhardt, Eisenach

Weitere Informationen: ► www.theater-eisenach.de
► Wissenswertes aus Eisenach und der Region

Brückenkalender 2012 der AOK mit Bildbeitrag aus Eisenach

Wer auch im Jahr 2012 seine Termine nicht aus den Augen verlieren möchte, benötigt wie in all den anderen Jahren einen geeigneten Kalender. Ob im Miniformat oder aber in Big-Size, im Aufzählen der Tage und Monate sind alle Kalender gleich. Nur im Rahmen unterscheiden sich die kleinen Zeitplaner mit durchaus großen Unterschieden. In Hochglanz und hübsch bebildert präsentiert sich ein Kalender der AOK Plus mit Brückenmotiven aus Thüringen und Sachsen. Neben weiteren bekannten Bauwerken fand auch als einziges Winterbild eine Aufnahme der Werrabrücke in Creuzburg einen Platz im Kalender. Genauer gesagt den Februar 2012 veranschaulicht das Foto, aufgenommen Anfang Januar 2010, mit frostigen Impression aus Thüringen. Aufgenommen wurde das Bild vom Eisenacher Mike Burkhardt, der das Foto bereits für einen Beitrag auf den Seiten in diesem Magazin verwendete. Hier wurde es auch von einer Chemnitzer Werbeagentur entdeckt, die für den AOK-Brückenkalender dringend noch eine winterliche Aufnahme zum Thema Brücken in Thüringen und Sachsen suchte.

Kalenderbild Ferbruar 2012: Werrabrücke in Creuzburg (Thüringen), Foto: Mike Burkhardt, Eisenach
Kalender Titelbild: Rakotzbrücke in Romlau (Sachsen), Foto: Hans P. Szyszka
► Wissenswertes aus der Geschichte der DDR-Gastronomie

Speisekarte aus dem Hotel Stadt Eisenach wieder in Eisenach

Das auch in der Wartburgstadt Eisenach nicht alles die Zeit überdauert, ist ebenso wahr wie in anderen Städten auch. So manches altes Gebäude hatte selbst zu Zeiten der DDR bessere Zeiten gesehen als die der Heutigen. Historische Gemäuer haben leider nur wenig Bewegungsfreiheit, um dem Verfall zu entkommen, der durch knappe Kassen moderner Tage wenig Platz für gastronomische Nostalgie längst vergangener Tage hat. Auch das Ende des 19. Jahrhundert entstandene "Kurhaus Hotel Fürstenhof" überstand zwar noch die Mangelwirtschaft einer ehemaligen DDR als "Hotel Stadt Eisenach", aber der von Vielen erhoffte Aufschwung nach dem Jahr 1989 brachte dem altehrwürdigen Gebäude wie so vielen Liegenschaften aus DDR-Zeiten zumindest gastronomisch das betriebliche Ende.
Besser erging es da einer originalen DDR-Speisekarte aus Ende der 1970er Jahre, welche nach langem Aufenthalt bei einem Sammler aus Altenburg ihren Weg zurück in die Wartburgstadt fand. Hier soll das sehr gut erhaltene Exemplar neben andern Artikeln nun der historischen Konsumforschung dienen und Aufschluss über die kulinarischen Genüsse jener Zeit geben.
Neben den typischen Gerichten jener Tage wie dem Schweinesteak "Zigeuner Art" mit Salatteller und Lyoner Kartoffeln für 6.- Mark der DDR oder "Feines Würzfleisch überbacken mit Zitrone und Toast" für 2,85 Mark der DDR stand selbstverständlich auch der Klassiker "Thüringer Sauerbraten mit Apfelrotkraut und Klößen" für unglaubliche 4,50 Mark der DDR auf der Tageskarte...

Den gesamten Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier: ► Klick hier
► Kunst und Kultur in der Wartburgstadt Eisenach

Natalia Weisheit gastierte zur Eröffnung der Theatersaison

Trompetensolo in 62 Meter Höhe als musikalischer Auftakt in die neue Spielzeit am Theater Eisenach

Ungeachtet der großen Attraktionen, mit denen das Ensemble des "Theater Eisenach" sein Publikum in der Spielzeit 2011 / 2012 begeistern möchte, gelang den Theatermachern zumindest schon bei der Eröffnung der Saison ein bis dato nicht dagewesener Höhepunkt und dieses im wahrsten Sinnes des Wortes. Auch wenn die Anreise von Natalia Weisheit als Mitglied der weltbekannten Hochseiltruppe aus dem thüringischen Gotha nicht besonders weit gewesen sein dürfte, hatten es doch zumindest die letzten 62 Meter auf dem Weg zum Arbeitsplatz für die junge Frau in sich. Zumindest relativ, den die Artistin stieg auch an diesem 27. August 2011 nicht zum ersten Mal auf den mobilen Hochmast, um dort das am Boden verbleibende Publikum mit zirzensischem Können par excellence zu begeistern. Es ist wohl zu bezweifeln, dass auch nur einer der vielen Zuschauer freiwillig mit auf den schwankenden Mast geklettert wäre, um als Komparse die Noten für den musikalischen Teil der Artistik-Nummer zu halten.
Das war auch nicht unbedingt nötig, den Natalie Weisheit spielt die bekannte Klänge aus der Trompete auch ohne Notenblatt, was die Darbietung der Künstlerin krönt und das Publikum spürbar in Verzücken versetzt. Auch wenn die Landeskapelle Eisenach durchaus Kollegen zu ihren Mitgliedern zählt, die den zahlreichen Theaterfreunden auf dem Vorplatz des Eisenacher Landestheaters ebenso ein herzliches Willkommen-Ständchen entgegenschmettern hätten können, verzichtetet Selbige sicherlich gerne auf die herrliche Aussicht aus 62 Meter Höhe zu Gunsten des weitaus sichereren Orchestergrabens, was beim Betrachten der nicht ganz ungefährlichen Kunst von Natalia Weisheit auch durchaus Sinn macht.
Das Landestheater Eisenach ► Klick hier
► Die KinderKulturNacht 2011 in der Wartburgstadt Eisenach

Die KinderKulturNacht 2011 in Eisenach

Logo-Wettbewerb zur Kinderkulturnacht: Celine Wittig malte das schönste Wildschwein

Und wieder hat ein Mädchen den Logo-Malwettbewerb zu Kinderkulturnacht gewonnen: Celine Wittig malte das schönste Wildschwein in dem Wettbewerb, den die Kinderbeauftragte Annette Backhaus zur der 7. Kinder-Kulturnacht ausgeschrieben hatte. Das Wildschwein der 8-jährigen Celine soll als Leitmotiv durch die Nacht des 2. Juli führen, wenn es in der ganzen Stadt Kultur-Angebote für Kinder gibt.
Der Wettbewerb wurde im Februar ausgeschrieben. Mehrere hundert Wildschweine sind bei der Kinderbeauftragten eingereicht worden. Vergangene Woche tagte dann die Jury, die die schönsten Bilder auswählte. Zu ihr gehörten Bürgermeisterin Ute Lieske, Ingrid Röschke, die Kunsterzieherin Susanne Peise un der Kunsterzieher Enrico Wolfram, Angela Senf vom Thüringer Museum und Annette Backhaus. Am Ende entschieden sich die Jurymitglieder für das Bild von Celine Wittig.
Ihr Schwein wird nun als Symbol für die Kinderkulturnacht dienen. Es wird überall zu finden sein - im Programmheft und als Erkennungszeichen an den Einrichtungen, die in dieser Nacht geöffnet sind.
Zehn weitere Schweinebilder, die in die engere Auswahl kamen, werden ebenfalls im Programmheft zu finden sein. Gemalt wurden sie von Alina Porsche (10 Jahre), Hannes Metzner (9), Estelle Sommer (10), Anna Fiserova' (9), Cecilia Noack (9), Nico Hasert (11), Tabea Amely Weber (10), Nils Rimbach (12) und Pamela John (11).
Alle eingereichten Kunstwerke werden während der Kinderkulturnacht wieder im Speiseraum der Georgenschule (3.Grundschule) auf der Esplanade zu besichtigen sein.

Jede Menge weitere Informationen und Bilder zur KinderKulturNacht in Eisenach finden Sie in Kürze auf einer entsprechenden Sonderseite hier in diesem Magazin.
► Kunst und Kultur in Eisenach

KULTUR auf dem SCHIRM - Kultur färbt ab!

am Freitag, den 3. Juni ab 19:30 Uhr auf dem Lutherplatz in Eisenach

Das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur, kurz FSJ Kultur, wird zehn Jahre jung! In Zahlen sind das nicht weniger als 725 Jugendliche, die während der vergangenen 3560 Tage, in 26 Städten die Thüringer Kultur mitgestaltet haben. Es ist eine Menge passiert in den letzten zehn Jahren in den kulturellen Bereichen Musik, Theater, Radio, Zirkus, Bildende Kunst, Literatur und Politik – überall dort eben, wo sich die Freiwilligen engagieren und einmischen. Im Wonnemonat Mai und Juni stellen die Freiwilligen dieses Jahrgangs mit thüringenweiten Aktionen ihre Arbeit vor.
Wir, Theresa, Juliana und Flora, absolvieren gerade ein FSJ Kultur in Eisenach. Anlässlich des Jubiläums „10 Jahre FSJ Kultur“ laden wir Sie herzlich zu unserem Projekt „Kultur färbt ab!“ ein.


► Thüringer Museum Eisenach

Thüringer Museum Eisenach - Schöne Dinge brauchen Zeit

Thüringer Museum Eisenach

Das der Blick in die Vergangenheit nirgendwo ein besseres Fenster hat als in einem gut geführten Museum, ist ein offenes Geheimnis. Dass so manche Schatzkammer dieser Art nicht selten vor der eigenen Haustür steht, ist leider viel zu oft nur Wenigen bekannt. Warum gerade in unserer multimedialen Zeiten mit ihren fantastischen Möglichkeiten immer weniger junge Menschen einen geeigneten Zugang zur Welt der Vergangenheit finden, liegt sicherlich auch daran, das eine Art Werteverschiebung nicht selten die Interessen der neuen Generation bevorzugt auf die Existenz bestehender Werte beschränkt, ohne dabei auch das so wichtige Wissen auf die wichtigen Ursprünge zu lenken.
Das für eine zukunftsorientierte Bildung und das daraus resultierende Verständnis aller modernen Errungenschaften auch eine Rückschau zu deren Anfängen wichtig ist, sollte eigentlich als Selbstverständlichkeit gelten. Den vielfältigsten Einblick in das gewaltige Gebiet der allgemeinen erklärenden Geschichte zur Bildung für Alle bieten flächendeckend nun mal eben die Museen. Nichts,was es nicht zu sehen gibt und fast alles von ist gestern und vorgestern oder gar ein paar tausend Jahre alt. Wer sich auf Spurensuche begibt findet nicht selten neben der Dingen aus der Vergangenheit auch die wichtige Erkenntnis über die Bedeutung um deren Wissen.
Das schöne Dinge ihre Zeit brauchen, ist eine alte Weisheit, die generationsübergreifend Gültigkeit hat. Soll der Erfolg dauerhaft sein, gehört in der Regel viel Akribie und fachliches Können zur Grundausstattung der Mitarbeiter. Immerhin gräbt sich der eine oder andere Schatz längst vergangener Jahrhunderte nicht von selber aus und stellt sich dann zum allgemeinen Bestaunen korrekt beschriftet in die Ausstellungsvitrine. Zahlreiche Disziplinen der Wissenschaft für nicht selten zu einem komplexen Ergebnis, welches dann beim Museumspublikum wiederum interessantes Wissen schaft.
Der Internationalen Museumstag 2011 war für das Thüringer Museum Eisenach eine weitere schöne Gelegenheit, auf das aktuelle Geschehen bei der Restauration des Schloss am Markt hinzuweisen. Nicht nur, weil sich dort unter anderem auch die Ausstellungen des Museums befinden und die Gebäude selbst Herberge von bedeutenden historischen Sammlungen sind. Das Schloss selbst ist als ehema- liger Sitz der Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach eines der bedeutendsten Gebäude im Herzen der Wartburgstadt.
Das Schloss selbst wurde zwar ab 1742 von Baumeister Gottfried Heinrich Krohne erbaut, aber das die Ursprünge der Anlage auf zuvor an selbiger Stelle gestandener Häuser basiert, erfahren die Besucher auf einer kleinen Sonderführung in einem Kellergewölbe unter dem Südflügel des Schlosses. Viele Geheimnisse haben die alten Mauern bereits preisgegeben, weiß die Museumsleiterin Desiree Bauer den neugierigen Besuchern zu berichten. Das zwischen Keller und Dachgeschoss unermüdlich gewerkelt wird, kann mit einer gewissen Aufmerksamkeit schon an der einen oder anderen Stelle bemerkt werden.
Theoretisch muss man nicht in ein Museum gehen, um etwas spezielles aus der Vergangenheit zu sehen. Nicht selten erweckt das eine oder andere Exponat nur durch seine pure Anwesenheit das Interesse. Dieser Effekt ist beispielsweise in technischen Museen des Öfteren zu erkennen. Ist das ausgestellte Objekt auch verständlich erklärt (eine Führung ist prinzipiell der Idealfall) oder eine Aufsicht mit Kenntnis zur Materie kann bildend weiterhelfen, hat das durchaus einen "Lust-auf- mehr-Auslöser" beim Besucher.
Das Forschen und Entdecken begleitet die Menschheit global gesehen schon seit dem Beginn ihrer Existenz. Das Sammeln und Ausstellen zeittypischer Objekte ist nicht ganz so alt, aber bereits in der Spätrenaissance sorgten sogenannte Kunst- und Wunderkammern für diverses Staunen. Heute decken wissenschaftliche, aber auch rein unterhaltende Ausstellungen grob gesehen das gesamte Spektrum aus der Menschheitsgeschichte in verschiedenen Formen ab. Ob Lanzenspitzen aus der Bronzezeit, Keramik aus der Antike, Gemälde aus dem Barock... alles kann man ansehen. Und in vielen Fällen ist sogar Museum selbst wie in Eisenach ein echter Zeitzeuge einer vergangen Kultur.
Es spielt also zusammenfassend keine Rolle, wo man in ein Museum geht. Allein der Besuch einer Ausstellung stellt immer eine Bereicherung der Allgemeinbildung dar. (Info und Bild: M. Burkhardt)
► Landestheater Eisenach

20.000 MEILEN UNTER DEM MEER – das neue Musical

Landestheater Eisenach

„Ich nenne mich Kapitän Nemo. Und Sie sind ab heute Passagiere der Nautilus.“ Vom 28. Mai bis 3. Juli 2011 wird dieser Satz 23 Abende lang auf der Bühne des Landestheaters Eisenach zu hören sein – gesprochen von Michael Flöth, dem deutschlandweit bekannten Musicaldarsteller (Kapitän in TITANIC / Neue Flora Hamburg, Max von Bayern in ELISABETH / Stuttgart, Pharao in AIDA / Musicalsommer Amstetten, King Arthur in SPAMALOT / Kölner Musical-Dom u.v.a.m.), der als einer der Hauptdarsteller für die Musical-Uraufführung „20.000 Meilen unter dem Meer“ gewonnen werden konnte. Neben ihm steht Frank Felicetti, bekannt u.a. durch LUCKY LADIES und TRÄUME am Friedrichstadtpalast Berlin, BUDDY – DIE BUDDY HOLLY STORY am Neue Metropol Musical Theater Hamburg, JESUS CHRIST SUPERSTAR u.a., als Prof. Aronnax auf der Bühne; Frank Valet ist als Harpunier Ned Land zu erleben und Magdalena Ganter als Suri, die Tochter des Kapitäns, eine Rolle, die in Jules Vernes berühmtem Abenteuerroman zwar nicht vorkommt, die aber vom Komponisten des Auftragswerks Jan Dvořák der Musicalfassung hinzugefügt wurde, um – wie in jedem „richtigen“ Musical – durch eine Liebesgeschichte für die ganz großen Gefühle zu sorgen.
Vervollständigt wird das „20.000 Meilen“-Ensemble durch das gesamte Darstellerteam des Theaters Eisenach, Schauspieler, Ballett und einen Chor. Live begleitet von der Landeskapelle Eisenach und einer Band unter der Leitung von Carlos Domínguez-Nieto werden sie Jules Vernes berühmte Geschichte um den geheimnisvollen Kapitän Nemo und sein Unterseeboot Nautilus erzählen, den Kampf mit der Riesenkrake, Gefangenschaft, Kampf und Flucht mit der hübschen Tochter des Kapitäns. Und sie stellen die großen Fragen auf eine neue Art: Was ist Gerechtigkeit? Was darf die Wissenschaft – und was nicht? Und kann die Liebe einen Menschen befreien? Jan Dvořák hat dazu eine Musik geschrieben, die vom packenden Song bis zu fesselnden Filmmusiksequenzen reicht.
Seit Anfang April sind die szenischen Proben im Landestheater in vollem Gange. Am Freitag, dem 15. April, gab es einen ersten großen Presseempfang auf der Wartburg. Gerade für die Nicht-Eisenacher des „20.000 Meilen“-Teams war es eine schöne Gelegenheit, neben den Gesprächen mit den Pressevertretern an einer Führung durch die Burg teilnehmen zu können – für manche war es der erste Besuch des Wahrzeichens der Stadt. Und eine willkommene Abwechslung vom Probenalltag dazu: Immerhin wird jeden Tag von 10 bis 14 und von 18 bis 22 Uhr im Landestheater hart probiert, damit die Besucher des Musicals ab dem 28. Mai eine spannende Aufführung zu sehen bekommen.
Der Berliner Regisseur Thomas Fiedler, bekannt durch mehrere innovative Musiktheater- und Showinszenierungen, zeigte sich im Pressegespräch mit dem momentanen Stand der Proben zufrieden, verriet aber auch, dass es noch viel zu tun gebe. Gleichzeitig machte er schon jetzt neugierig auf abenteuerliche Unterwasserwelten und spannende, die Fantasie anregende Momente, die Jules Vernes berühmten Abenteuerroman dem heutigen Zuschauer in fesselnder Form nahebringen. Unterstützt wird er dabei von dem mehrfach preisgekrönten Bühnenbildner José Luna und vom Eisenacher Ballettchef Andris Plucis, der schon im Musical „West Side Story“ für die elektrisierende Choreografie sorgte. Man kann also gespannt sein.
Auf der Startseite der Homepage des Landestheaters www.theater-eisenach.de ist ein erstes Hörbeispiel veröffentlicht; außerdem gibt es jetzt – neu – den Blog zur Show mit allen News zum Musical, Einblicken in die Probenarbeit und mehr. Der Link zum Blog findet sich ebenfalls auf der Startseite des Landestheaters.
Kartenbestellungen für „20.000 Meilen unter dem Meer“ nehmen die Vorverkaufsstellen des Landestheaters (03691 / 256 -219 oder -232) und die Eisenacher Tourist-Information (03691 / 792 323) entgegen.
Weitere Informationen: ► www.theater-eisenach.de
► Lutherhaus Eisenach

Ein "Faksimile" ist viel mehr als nur eine schöne Kopie

Das Lutherhaus in Eisenach

Das ein Faksimile mehr als nur eine gewöhnliche Re- Produktion ist, zeigt eine Ausstellung im Lutherhaus der Wartburgstadt. Vom 7. April bis zum 31. Oktober können Besucher einen Blick auf mittelalterliche Buchmalerei in ihrer ganzen Pracht werfen. Im Rahmen einer Eröffnung der Ausstellung gab es von Walter Martin Rehan einiges von dem zu hören, was man über die Jahrhunderte alten Kunstwerke wissen sollte. Aber was ist eigentlich ein so ein Faksimile...?
Grob aus dem Lateinischen übersetzt nichts anderes als eine Kopie. Allerdings ist der Wortlaut "Mach es gleich" als handgemachte Reproduktion eines Originals als absolut wortwörtlich zu nehmen und zwar in jeder Hinsicht. Während selbst ein gu- ter Kopierer der modernen Zeit immer nur ein mehr oder weniger gutes Abbild der Vorlage herstellt, ist ein Faksimile eine Art handgemachter Clone des originals in jeder Hinsicht. Nicht nur das Erscheinungsbild der Originals ist hierbei absolut identisch. Auch die verwendeten Materialien (Papier, Farben usw.) entsprechen im Regelfall eins zu eins der Vorlage.
Faksimiles kommen dann zum Einsatz, wenn das Original viel zu wertvoll ist, um es beispielsweise in einer Ausstellung zu zeigen. Während also die eine oder an- dere Bibel aus dem Mittelalter gut gesichert in einem Tresor schlummert, zeigt sich die meisterlich mit der gleichen Fertigungstechnik hergestellte Kopie in der selben Pracht wie ihr wertvoller Ursprung.
Nehmen wir als Beispiel das "Lorscher Evangeliar", das um 810 in der Hofschule "Karls des Großen" entstand, wird schnell der Wert solcher Schriften deutlich. Die karolingische Bilderhandschrift umfasst ursprünglich 474 Seiten. Als Träger fand Kalbspergament (aufwendig bearbeitete Tierhaut) Verwendung. Für die Schriftseiten wurden Gold- und Silberfarben verwendet. Vielfältiges Rankenwerk, das auf keiner Seite gleich ist, rahmt die Schriftseiten. Auf goldgrundierten Schriftzierseiten wurde mit Purpur geschrieben, was für sich eine recht teure Angelegenheit ist. Der Farbstoff dafür wird aus verschiedenen Purpurschnecken gewonnen, wobei je nach Schneckenart die Tönung des Farbstoffes variiert. Purpur ist farblich eine Nuance zwischen Rot und Violett. Die Herstellung blauer Farbe (Ultramarin) aus dem Halb- edelstein Lapislazuli ist auch nicht gerade eine preisgünstige Form der Gewinnung geeigneter Pigmente, die dann in aufwendiger Verarbeitung zu Farben werden, die sich zum colorieren auf Pergament eignen. Als gefährlichste Farbe zumindest bei der Herstellung ist Grün unbedingt zu erwähnen. Das Mischen von kristallisiertem Grünspan und Arsenik als siedende Lösungen klingt nicht nur giftig sondern ist es auch. Während die Mischung aus "Gummi arabicum und Ruß der Holzkohle" ein verhältnismäßig günstiges Schwarz für die Schrift gibt, ist die Verwendung von Gold schon eher ein guter Hinweis auf den Reichtum des Aufraggebers einer handge- schriebenen Bibel.
Ob das Pergament tatsächlich in Pergamon erstmalig hergestellt wurde in der Zeit um 100 v. Chr. ist nicht erwiesen. Ein ägyptisches Exportverbot von Papyrus für die Schreiberstuben in Pergamon soll Ursache für die Verwendung von Tierhäuten von Ziegen sein. Es wird allerdings angenommen, daß eine Verwendung von Perga- ment schon vor dieser Zeit geschah und in Pergamon das Verfahren zur Herstel- lung nur qualitativ deutlich verbessert wurde.
Älteste Dokumente auf Pergament in griechischer Sprache können auf das 2. Jh. v. Chr. datiert werden. Auf Papyrus wurde im Antiken Ägypten vermutlich bereits seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. geschrieben. Den Rohstoff für Papyrus liefert übrigens eine Cyperngras-Sorte, die bis zu 3 m hoch werden kann. Gegenüber dem Papyrus zeichnet sich Pergament durch ein glattere Oberfläche aus, ist fester, dauerhafter und von seiner Farbe heller. Auch ist Pergament durch eine gute Tilgbarkeit im Ge- gensatz zu Papyrus Wiederverwendbar. Aufgetragene Stoffe können durch Schaben oder Waschen wieder abgekratzt werden (griech. palimpsestos). Das ging auf Papyrus (unserem heutige Papier am ähnlichsten) nicht, denn den Tintenkiller zur Entfernung orthographischer Fehler bei Klassenarbeiten haben die alten Äqypter de- finitiv nicht erfunden, obwohl es den in seiner Urform auch bereits seit 1930 gibt. In diesem Punkt darf allerdings bemerkt werden, dass die chemischen Substanzen eines Tintenlöschers bei der zur Beschriftung von Papyrus verwendeten Tinten aus Ruß und "gummi arabicum" nicht den gewünschten Effekt gebracht hätten.
Es gilt also nicht nur die schönen bunten Bildchen und die ebenfalls schöne, aber für die Meisten unleserliche Schrift giga-alter Bücher zu betrachten. Ein kleiner Blick in die Geschichte vermittelt Beeindruckendes über das meisterliche Können uralter Gewerke bei der Herstellung heute historischer Schriften.
Als ausgewählte Kostbarkeiten aus acht Jahrhunderten können in der Sonderaus- stellung im Lutherhaus 2 Blätter des "Lorscher Evangeliar" bewundert werden. Die Faksimiles zeigen bei genauem Betrachten, mit welcher Liebe zum Detail das wert- volle Original exakt reproduziert wurde. Faksimile sind übrigens keine Fälschungen teurer Kunstwerke aus der Vergangenheit, sondern gewollte Vervielfältigungen von Originalen mit dem theoretisch gleichen Materialwert.
► Landestheater Eisenach

I due Foscari begeistert das Publikum im Theater Eisenach

Theater Eisenach

Während der Löwe von San Marco wohlwollend das anwesende Publikum im Theater Eisenach betrachtet, darf selbiges durchaus sehenswerte Aufführung der Oper "I due Foscari" von Giuseppe Verdi erleben. Dabei sind Vergnügen und Freude am Theaterbesuch zweifelsfrei mehrfach zu bewerten. Für Kenner des Opern-Genres ist die Aufführung selbst als gelungenes Geamtkunstwerk einzuordnen. Der musikalische Genuss steht hierbei im Vordergrund und schließt die Leistung alles Ausführenden ein.
Doch auch der vielseitig interessierte Theaterfreund findest schnell Gefallen an den brillanten Stimmen und der hervorragenden Musik der "Meininger Hofkapelle". Obwohl der Inhalt der Oper selbst die typische Grundstruktur diverser Dramen hat, bei der am Ende der Aufführung zumindest die Titelhelden nicht mehr unter den Lebenden weilen, findet selbst der gelegentliche Theaterfan eine musikalisch bebilderte Geschichtsstunde voll wissenswerter Historie.
Das Werk selbst wird im italienischen Original mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Das geht durchaus auch für den Gelegenheits-Theaterfan in Ordnung, da sich die textliche Vielfalt in Grenzen hält und eine vorhergehende Lektürte der Bedienungsanleitung in Form eines Programmheftes ausreichend fit macht zum allgemeinen Verständnis der Arien und Rezitative.
Der optische Genuss in Form des Bühnenbildes ist zumindest als interessant einzuordnen, wobei hier die Bewertung der Bilder dem Auge des jeweiligen Betrachters überlassen sein soll. Die Kostüme begegnen uns in zwei Varianten in Modern und Klassisch und runden das Gesamtbild der Inszenierung sehenswert ab.
Fazit: Verdi´s Oper wird ohne moderne Entgleisungen mit allen notwendigen zu einer klassischen Aufführung gehörenden Elementen des Theaters umgesetzt. Der Besuch einer Aufführung im Landestheater Eisenach darf also ohne Bedenken zu- mindest für Opernfreunde empfohlen werden.
Wer war Francesco Foscari? ► Klick hier
► Goethe-Gesellschaft Eisenach

Hörenswerter Vortrag in der Aula des Luther-Gymnasium

Goethe-Gesellschaft Eisenach

Das Vorträge insbesondere zu literarischen Themen in der Regel kontroversere Reaktionen beim Publikum hin- terlassen sollten, gehört artbedingt zur Grundlage der je- weils inhaltsbezogenen Literaturform. Während Fachlite- ratur mehr Rückschlüsse auf die Qualität des fachlichen Inhalts zulässt, erlaubt die Betrachtung der Werke eines Roman-Schriftstellers schon einen größeren Spielraum bei der persönlichen Rezension der Werke. Wer Literatur im Allgemeinen mag und mehr ein Fan der nicht wissenschaftlichen Literatur in Form kurzweiliger Belletristik ist, könnte an den Inhalten der Romane von Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa durchaus Freude haben.
Ein Vortrag von Dr. Matthias Heber brachte zumindest ein wenig Licht in die aufge- schriebene Welt des Mario Vargas Llosa. Im Rahmen einer Veranstaltung im März 2011 der Goethe-Gesellschaft Eisenach e.V. konnten Literaturfreunde einen unter- haltsamen Einblick in Werk und Leben des 1936 in Peru geborenen Schriftstellers bekommen. Das sich Vargas Llosa durch Sprache bestens ausdrücken kann, ist sicherlich auch ein Kriterium für einen Nobelpreis der Literatur. Hierbei zeichnet be- sonders die Vielfältigkeit der Stile den Geschichtenerzähler Vargas Llosa aus, des- sen gleichnamiger Roman "Der Geschichtenerzähler" unter Lesefreunden dieses Genres zu den bekannteren Büchern zählt.
Zumindest zählen die Veranstaltungen der Goethe-Gesellschaft Eisenach auf die- sem Gebiet als geeignete Plattform, den einen oder anderen Schreiber zeitgenös- sischer Werke einem interessierten Publikum näher vorzustellen.
Wer war Mario Vargas Llosa? ► Klick hier
► Historisches Eisenach

Historisches Eisenach im Blickpunkt - Der Markt um 1960

von Mike Burkhardt

Es ist sicher auch das "Schwarz-Weiss" der Aufnahme, welches verrät, dass es sich bei diesem Bild nicht unbe- dingt um eine aktuelle Ablichtung des Eisenacher Markt- platzes handelt. Allein schon die beiden PKW "Trabant" der Modellreihe 500 werden in der Form seit dem Jahr 1962 nicht mehr gebaut und die Straßenbahn hat auch Ende 1975 ihren Betrieb eingestellt. Immerhin zuckelte die alte Bimmel seit 1897 durch die engen Straßen der Wartburgstadt.
Der "Kiosk" an der Ecke Georgenstraße ist heute eine Bank-Filiale und die Eisdiele der "Familie Traberth" im Erdgeschoss des gleichen Hauses gibt es auch nur noch in der Erinnerung einiger älterer Eisenacher. Noch älter sind allerdings die meisten Gebäude rund um den Marktplatz. Einige der Fachwerkhäuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und das Stadtschloss, welches auf unserem Bild unsichtbar rechts zu finden wäre, wurde von Landesbaumeister Gottfried Heinrich Krohne 1742 erbaut.
Geheimrat Goethe weilte im "Schloss" und auch die Schritte weiterer Persönlichkei- ten kreuzten ihrerzeit den Markt. Die Georgenkirche als Taufkirche von J.S. Bach ist hier zu finden und das Lutherhaus ist gerade mal einen Katzensprung entfernt.
Direkt am Marktplatz und auf unserem Bild gut zu erkennen, ist das ehemalige Hotel "Rautenkranz", wo heute das Bürgerbüro und ein Teil der Stadtverwaltung unter- gebracht ist. Die Weinschänke "Zum Rodensteiner" gegenüber vom alten Kiosk am Eingang zur Georgenstraße rechts im Bild hat heute keinen Ausschank mehr und beherbergt aktuell eine Buchhandlung.
► KinderKulturNacht 2011

Kennen Sie Herzog Ernst August II. Konstantin...?

Vorschau zur KinderKulturNacht 2011 in Eisenach

Persönlich sicherlich nicht, es sei denn sie wären selbst um 1737 geboren und hätten in den erlauchten Kreisen bei Hofe im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach die Zeit überdauert. Etwas geläufiger bis in unsere heu- tigen Tage dürfte der Name der Gattin des Herzogs sein. Die mit Anna Amalia im Jahre 1756 geschlossene Ehe dauerte zwar nur zwei Jahre, da der junge Herzog Ernst August bereits 1758 mit nur 21 Jahren starb. Anna Amalia selbst gebar zwei Söhne. Der Erstgeborene Karl August (*1757) wird später die zumindest in Eisenach die bekannteste Person aus dem Geschlecht derer von Sachsen-Weimar und Eisen- ach sein. Allein schon die vormundschaftliche Regierung von Anna Amalia bis zur Regentschaft von Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ab 1775 legte den Grundstein zur "Weimarer Klassik".
Im Rahmen der "Eisenacher Kinderkulturnacht 2011" rückt das herzogliche Paar in den Mittelpunkt der jungen Generation. Ein Schreibwettbewerb soll die Kids zu eigenen Geschichten anregen, die sich mit dem Leben von Herzog Ernst August und Anna Amalia beschäftigen.
Die Kinder sollen sich vorstellen, sie selbst wären dieser Herzog Constantin und müssten Eisenach regieren. In ihren kleinen Geschichten sollen die Kinder beschreiben, was sie in solch einer Situation heute alles tun würden, oder was sie anders oder sogar besser machen würden. Zum Mitmachen aufgerufen sind alle Mädchen und Jungen aus der Region im Alter zwischen 8 und 12 Jahren.
Die Geschichten sollten nicht länger als zwei handgeschriebene DIN-A4-Seiten (oder eine Seite am Computer) sein. Für den Wettbewerb sind die Geschichten an folgende Adresse zu schicken: Stadtverwaltung Eisenach, Kinderbeauftragte Frau Backhaus, Markt 22, 99817 Eisenach. Einsende- schluss ist war 6. Mai 2011.
Die 20 schönsten Geschichten werden zu einem Heft zusammengefasst und veröffentlicht. Zudem werden sie im Wartburg-Radio 96,5 vorgelesen.
Außerdem werden aus diesen 20 Geschichten-Schreiberinnen und –Schreibern zwei Kinder ausgelost - ein Junge und ein Mädchen, die als offizielle Botschafter der Kinderkulturnacht am 2. Juli 2011 für einen Tag die Herrschaft über Eisenach antreten werden. Dazu schlüpfen sie in die Rollen von Herzog Constantin und seiner späteren Frau, der Herzogin Anna Amalia. Diese liebte die Kunst und hat viele Künstler und junge Schriftsteller unterstützt. Zudem wurde in Weimar eine ganze Bibliothek nach ihr benannt.
(Das Gemälde mit dem Portrait von Herzog Ernst August II. Konstantin befindet sich in den Beständen des Thüringer Museum Eisenach)
► Historisches Eisenach

Historisches Eisenach - Die Forstakademie am Frauenberg

von Mike Burkhardt

Das Eisenach eine Universitäts-Stadt ist, wäre wohl ein wenig zu weit ausgeholt, aber immerhin beherbergte die Stadt eine durchaus renommierte "Akademie", die sich der Bildung der land- und forstwirtschaftlichen Wissenschaften verschrieben hatte. Die am 16.7.1830 eröffnete Lehranstalt, deren Gebäude sich am Frauenberg unweit des Karlsplatzes befindet, ging aus dem Wirken eines Oberforstrat Gottlob König hervor, der im nahen Ruhla ein Privatforstinstitut betrieb und 1840 für sein Wirken die Ehrendoktorwürde der Universität Jena erlangte.
Aus der Eisenacher Landesforstschule wurde 1905 eine Forstakademie, an der bis im Jahr 1915 Studenten und deren Verbindungen wie die Hubertia oder Silvania zu Anwärtern für den mittleren Forstdienst ausgebildet wurden. Der Lehranstalt selbst standen neben der theoretischen Ausbildung im Gebäude am Frauenberg No. 17 diverse Lehrforste um Eisenach, Ruhla und Wilhelmsthal zur Ver- fügung. Eine Art "Botanischen Garten" in Form einer Baumschule gab es im Haintal gleich neben dem "Roeseschen Hölzchen", dass sich im Süd-Westen von Eisenach befindet. Dort wurden bereits 1787 unter anderem ausländische Gehölze in größerer Zahl angepflanzt. Das Gelände selbst unterhalb der "Metilsteins" wurde vor 1800 als Waldpark angelegt. Neben der Nutzung zur allgemeinen Erholung entwickelte sich der Forst zu einem vielbesuchten Lehrbeispiel für den Waldanbau der damaligen Zeit. Das Ende 1787 vom Eisenacher Kaufmann Christian Friedrich Roese durch eine Erbschaft erhaltene Gelände oberhalb des "Alten Friedhofs" entwickelte sich vom "Roeseschen Berggarten" durch stetigen Ausbau zu Beginn des 19. Jahrhun- dert zu solcher Größe und Bedeutung, daß selbst Johann Wolfgang von Goethe am 22. August 1801 die Bemühungen des Kaufmannes Roese wohlwollend in seinem Tagebuch erwähnte.
Die Forstlehranstalt in Eisenach nutzte die von Christian Friedrich Roese († 1806) geschaffene Anlage im südlichen Teil, wo eine Art botanische Versuchsstation ent- stand und neben dem Anbau von Gehölzen auch Saat- und Pflanzmethoden erprobt wurden. Das Gelände selbst wurde zwischen 1830 und 1840 liebevoll gestaltet und Besuchern ansprechend zugänglich gemacht. Hinweistafeln gaben Aufschluss zur Örtlichkeit und am "Tempelchen" lud ein Teehäuschen den Wanderer zur Rast ein. Wer um 1840 seinen Weg zur Wartburg nahm, nutzte gern die Wege unterhalb des Metilsteins, die heute noch vorhanden sind, aber den ehemaligen Forstgarten nur noch mit sehr viel Phantasie und ein wenig Ortskenntnis erahnen lassen.
Die "Eisenacher Forstakademie" am Frauenberg 17 ist heute kein öffentliches Ge- bäude mehr. In der näheren Vergangenheit waren dort unter anderen das örtliche Landwirtschaftsamt oder das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt untergebracht.
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